Lichtentaler Allee
Die Lichtentaler Allee beginnt am Theaterplatz, ist 2300 Meter lang und
führt am linken Ufer der Oos nach Lichtental. Sie endet am Kloster
Lichtental.
Die von der Badener Höhe herabfließende Oos war lange ein kleines
Wildwasser, das seinen Lauf bisweilen änderte.
"Der Bach floss noch nicht so
schnurgerade und sittsam wie heute. Er lief schräg bis zum Internationalen
Club hinüber und die Kreuzstraße war einer seiner Arme. Vor dem Goldenen
Kreuz lag ein Tümpel, vermutlich eine Pferdeschwemme. Daneben stand die
erste Mühle, es gab viele an den Ufern, bis nach Lichtental hinaus, es gab
Seilereien, auch einen Holzhof. All dieses Altertümliche verschwand, die
Hotelpaläste entstanden". So der Romancier Otto Flake, Verfasser von Hortense
oder die Rückkehr nach Baden-Baden.
1806 wurde Baden-Baden die Sommerresidenz
des ersten badischen Großherzogs von Napoleon Gnaden, Karl Friedrich. Dieser
beauftragte seinen Karlsruher Baudirektor Weinbrenner mit der Entwicklung
Baden-Badens zum fashionablen Ferienort für distinguierte Gäste.
In den Jahren 1810-11 verwandelte
Hofgarteninspektor Hartweg die Partie an der Oos zwischen Promenadenhaus und
dem
Hotel Badischer Hof, die heutige Kaiserallee, in eine "englische Anlage".
In den folgenden Jahren führte unter
Aufsicht Weinbrenners Hofgärtner Klee weitere Arbeiten durch. Schon 1825
zerstörte eine Überschwemmung die englische Anlage...
Auf tatkräftiges Betreiben der
beiden französischen Spielbankpächter Jacques und Edouard Benazet wurde die
Lichtentaler Allee zwischen 1839-67 gleichfalls im englischen Stil
ausgebaut. Man pflanzte neben einheimischen Bäume auch aus Übersee
importierte Sequoiadendron giganteum, Catalpa bignonioides, Liriodendron
tulpifera, Ginkgo biloba.
Baden-Baden war schon in der Glanzzeit um
1865 für seine hohen Bäume berühmt. Der russische Romancier Iwan Turgenev
schrieb damals an seinem Freund Gustave Flaubert: " kommen Sie doch nach
Baden-Baden! Da sind die herrlichsten Bäume, die ich je gesehen habe, auch
hoch
oben auf den Bergen. Das ist kräftig, jung, anmutig, und poetisch zugleich,
das tut dem Auge und der Seele wohl. Wenn man am Fuße von so einem
Riesen sitzt, glaubt man, etwas von seinem Saft in sich zu spüren, und das
ist gut und gesund. Ja, kommen Sie nach Baden, wenn auch nur für einige
Tage! Sie werden köstliche Farben für Ihre Palette mit nach Hause nehmen."
Viele der Baumriesen in der Lichtentaler
Allee stammen noch aus Turgenevs Zeit. Fast alle dieser hohen Eichen,
Buchen, Geweihbäume, Tulpenbäume und Sequoien haben heute den Status von
Naturdenkmälern.
(Auszug aus dem: "Parkführer
Baden-Baden" Stadtverwaltung Baden-Baden Gartenamt)