Das Bäderviertel
Das mineralstoffreiche Thermalwasser
der drei Hauptquellen Baden-Badens-, die Friedrichs-, Mur- und Fettquelle-,
kommt mit ca. 65°C aus 1500 m Tiefe des Florentinerberges. Die etwas
kleinere "Höllquelle" ist mit 68,2° C die wärmste Thermalquelle
Baden-Badens. Das ist gleichzeitig eine der höchsten Wassertemperaturen
deutscher Heilbäder. An kühlen Tagen sieht man an den "Open-air"
Brunnen, Reiherbrunnen und Fettquelle, deutlich den Dampf aufsteigen. Es
verwundet daher nicht, dass der Quellbezirk früher "Hölle" genannt wurde und bis in die 1970er Jahre existierte am Marktplatz noch das alte
"Höllengässchen".
Nach dem Abzug der Römer aus
Baden-Baden (damals "Aquae aureliae") wurde es ruhig um die körperpflegenden
Badefreuden. Dennoch nutzten schon im Mittelalter die Einwohner das bis zu
68° heiße Thermalwasser zum Waschen von Wäsche und zum Abbrühen
geschlachteter Schweine und Hühner. Am offenen "Brühbrunnen", der sich an
der Stelle des heutigen Dampfbades befand, kochten die Metzger ihr
Schlechtgut auch noch nach dem Wiederaufleben der Badekultur. Bald häufte
sich die Zahl der meist französischen Badegäste und die Stadt beantragte,
über dem Brühbrunnen ein kleines Gebäude zu errichten, um das unästhetische
Abbrühen des Schlechtviehs vor den Gästen zu verbergen. Doch die Metzger
hatten ihren Stolz, sträubten sich gegen das Abschirmen ihrer Zunft und
verloren daraufhin das Anrecht zur Nutzung des heißen Quellwassers.
Friedrichbad
1875-1877 wurde ein riesiger
Badetempel gebaut. Unter Federführung des Bauinspektors Karl Dernfeld
entstand im Renaissance-Stil nach Andrea Palladio ein monumentaler
Prachtbau. Das Bad galt um die Jahrhundertwende als schönstes
Thermen-Badehaus Europas. Über dem Mittelportal stehen Statuen des
Heilgottes Äskulap und seiner Tochter Hygieia, der Göttin der Gesundheit,
darüber eine Kolossalbüste des Namensgebers Großherzog Friedrich I.
Mittelpunkt des Bades ist der große Kuppelsaal - dem Rundbau des einstigen
Römerbades nachempfunden - mit 17,5m. Höhe und einem prunkvollen Badebecken
aus carrarischem Marmor.
Caracalla-Therme
Das Augustabad (nach Kaiserin Augusta
genannt) war als Frauenbad konzipiert. Es wurde 1965-70 abgebrochen und in
der Nähe als modernes Kurmittelhaus mit allen Thermalwasser-Anwendungen neu
errichtet. 1983-85 wurde das Kurmittelhaus um großzügige Thermalanlagen
erweitert und unter dem Name " Caracalla-Thermen" wieder eröffnet. Das
Angebot umfasst Außen- und Innenbecken, Heiß- und Kaltwasser-Grotte,
Sprudelbecken, Strömungskanal, Hot-Whirl-Pools, Saunen mit einer finnischen
Freiluft-Sauna im angrenzenden Schlosspark, Solarien sowie Einrichtungen für
spezielle Therapien wie Inhalationen oder Natur-Fango-Packungen.
(Auszug aus dem Buch "Baden-Baden
Begleiter durch die Stadt und Umland" Arbeitskreis für Stadtgeschichte der
Stadt Baden-Baden e.V. )
Neues Schloß
Unter Markgraf Jakob I. (Regierungszeit 1431-53) wurde
mit dem Bau des Neuen Schlosses begonnen. Die damalige Burganlage ist bis
auf wenige Überreste- einigen Wehrmauern und einem Eckturm- verschwunden.
Jakobs Enkel Markgraf Christoph (1475-1515) verlegte
seinen Sitz vom Alten ins Neue Schloss.
Das Hauptschloss ließ Markgraf Philipp II., in den Jahren
1572-79 errichten. Den imposanten Neubau im Renaissancestil umgab der
Baumeister, Kaspar Weinhart aus München, mit einem Küchentrakt, Remise,
Stallungen und einer der ersten Orangerien nördlich der Alpen (1584). Der
gegen Südosten vorgelagerte Rundpavillon, von den Baden-Badenern
Dagoberttürmchen genannt, fiel Ende 1944 einer Artilleriegranate zum
Opfer.
Markgraf Philipp II. gab auch den Anstoß zur Anlage eines
Ziergartens hinter dem Hauptschloss.
Das ausgebrannte Neue Schloss stand von 1689 bis etwa
1800 leer. Erst Großherzog Leopold machte größere Geldmittel für die
Wiederherstellung des einstigen Residenzschloss frei. In seinen Auftrag
baute Friedrich Theodor Fischer in das Obergeschoss des Hauptschlosses
üppig ausgestattete Repräsentationsräume im historisierenden Zeitgeschmack
ein (1843-1845). Damals wurde auch der so lange vernachlässigte
Schlossgarten neu angelegt.
(Auszug aus dem: "Parkführer
Baden-Baden" Stadtverwaltung Baden-Baden Gartenamt)
Nachdem 1995 das Schlossinventar durch Sotheby´s
versteigert wurde, gehört das Schloss seit Oktober 2003 der Kuwaitischen
Firmengruppe Al-Hassawi und soll in ein Luxus Hotel umgebaut werden.
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